Das holotrope Atmen wird, unter der Leitung eines erfahrenen transpersonalen Therapeuten, vor allem in Gruppen durchgeführt. In der Regel finden in einem 5 Tages Seminar vier Sitzungen mit holotropen Atmen statt. Für die praktische Durchführung des holotropen Atmens werden Paare gebildet, von denen zunächst einer als „Atmender“ und der andere als „Sitter“ fungiert. Der Sitter hat im holotropen Atmen die Aufgabe, bei Bedarf Unterstützung zu geben und darauf zu achten, dass bei heftigen Bewegungen und intensiven Gefühlsregungen der Platz durch Kissen und Matten gesichert bleibt. In der nächsten Sitzung mit holotropen Atmen werden dann die Rollen getauscht. Der Erfahrende legt sich auf eine Matte, entspannt sich und beschleunigt allmählich seinen Atemrhythmus. Unterstützt wird das holotrope Atmen noch durch evokative Musik, prozessuale Körperarbeit, falls die Auflösung von Blockierungen es erfordert, und am Ende der Sitzung durch intuitives Malen. Im holotropen Atmen verändert sich der Bewusstseinszustand. Im Gehirn zeigen sich beim holotropen Atmen vorwiegend Delta- und Thetawellen. Das bedeutet, dass im holotropen Atmen die visionären Fähigkeiten gesteigert und die Selbstheilungskräfte unterstützt werden. Desweiteren werden die psychischen Barrieren gelockert, sodass im holotropen Atmen mehr Informationen aus den tieferliegenden Schichten der Seele ins Bewusstsein strömen können. Dies führt zur Freisetzung von unbewussten (verdrängten) psychischen Material, angestauten Energien, abgespaltenen Gefühlen und verborgenen Potentialen.
Im holotropen Atmen wird die Transformation alter Lebensmuster, die Befreiung von Verstrickungen und der Zugang zum transpersonalen Selbst (das Göttliche in uns) unterstützt. Bedeutsame lebensgeschichtliche Themen, Geburtserlebnisse, vorgeburtliche Erfahrungen und Aspekte der Seele, die über die gewohnten Raum- und Zeitgrenzen hinausgehen, können in Sitzungen mit holotropen Atmen gegenwärtig werden. Das holotrope Atmen eröffnet aber auch Zugänge zu mystischen und spirituellen Dimensionen des Daseins.
Durch persönlichen Erfahrungsaustausch in der Gruppe und in Kleingruppen, durch regelmäßige Meditationen und rituelle Übungen wird die Aufarbeitung, Integration und Vertiefung der Erfahrungsinhalte möglich, sodass das Erlebte in einem sinnvollen Bezug zum Alltag verstanden werden kann. Im holotropen Atmen finden somit Heilung und Öffnung der menschlichen Seele zueinander.
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